Historie des selektiven Lasersinterns

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Historie des selektiven Lasersinterns2017-07-18T09:49:20+00:00

Das 3D-Druckverfahren selektives Lasersintern (SLS) erfreut sich erst seit einigen Jahren einer wachsenden Aufmerksamkeit. Die Technik dahinter geht aber schon auf die 1980er Jahre zurück und hat ihren Ursprung in Texas.

Bereits zu Beginn seines Studiums an der University of Texas Anfang der 1980er Jahre wuchs in dem jungen Carl R. Deckard (geb. 1961) die Idee, Gussformen direkt aus CAD-Daten zu fertigen. Damals arbeitete er für TRW Mission in Houston und kam dort erstmals mit der neuartigen Konstruktionssoftware in Berührung. Die Idee, Pulverpartikel mithilfe eines gerichteten Energiestrahls zu verschmelzen, kam ihm 1984 am Ende seines Bachelorstudiums.

Gemeinsam mit seinem Professor und späterem Forschungspartner Joe Beaman entwickelte Deckard das selektive Lasersintern und meldete seine Erfindung im Oktober 1986 zum Patent an. Die erste funktionsfähige SLS-Maschine wurde auf den Namen Betsy getauft. Sie produzierte anfangs lediglich kleine Würfel aus Plastik, was jedoch ausreichte, um das Potenzial des Verfahrens zu demonstrieren.

Hier erfährst du mehr über selektives Lasersintern.

Erste Lasersinter-Anlagen Anfang der 1990er Jahre

Nach und nach optimierte Deckard seine Technologie. Er stellte fest, dass der ebenmäßige Auftrag des Pulvermaterials einen erheblichen Einfluss auf das Gelingen des Sinterprozesses hatte. Im Jahr 1986 war die SLS-Methode soweit entwickelt, dass die ersten Objekte als Gussformen für tatsächliche Werkzeugteile verwendet werden konnten. Noch im selben Jahr gründete Deckard zusammen mit Dr. Paul F. McClure und dem Unternehmer Harold Blair Nova Automation, um die kommerzielle Weiterentwicklung des selektiven Lasersinterns voranzutreiben. 1989 wurde aus Nova Automation DTM.

Schon bald darauf schloss sich die Firma mit dem Luft- und Raumfahrt-Unternehmen Goodrich zusammen, mit dessen finanzieller Unterstützung 1992 die ersten kommerziellen Lasersinter-Anlagen Mod A und Mod B hergestellt werden konnten. Aufgrund ausbleibender finanzieller Erfolge verkaufte Goodrich seine Anteile an DTM 1999 an die Investorengruppe ProActive Finance. Zwei Jahre später ging DTM schließlich an 3D Systems, die sich damals auf Stereolithographie spezialisiert hatten und Marktführer in der additiven Fertigung waren.

Etabliertes Verfahren in vielfältigen Industriebereichen

Gegenwärtig wächst das selektive Lasersintern immer weiter über sein Nischendasein im Prototypenbau hinaus. Dank hochfunktionaler Materialien und optimierter Produktionsabläufe eignen sich lasergesinterte Bauteile für die Herstellung marktreifer Produkte in den unterschiedlichsten Branchen.